Was soll man jetzt zu den Vorfällen beim
Zugspitzlauf sagen ?
Kann man das als Außenstehender überhaupt beurteilen ?
Ich bin jedoch der ganz eindeutigen Überzeugung, daß jeder Läufer selbst entscheiden konnte, ob er läuft oder nicht. Es war bekannt, daß auf dem Gipfel nur Temperaturen von 2 Grad herrschen. Und
daß bei diesem Wetter und dazu auf dieser Höhe "alles möglich" ist, "sollte" jedem klar sein.
Aber genau an diesem Punkt beginnt das Dilemma:
Als erfahrener Bergsteiger/Bergwanderer kann man dieses Verhalten der Teilnehmer überhaupt nicht nachvollziehen. So ist doch jedem Alpinisten klar, daß man sich auf die Verhältnisse entsprechend
einstellen muß.
Aber wie oft hört man von Verhaltensweisen in den Bergen, die einen nur wütend machen aufgrund der Dummheit des Tun und Handelns. Immer wieder geschehen solche Vorfälle.
Und dann während eines Wettkampfes ?
Hier ist sicher eine besondere Situation vorhanden:
Sogar der Sieger
Martin Echtler gibt an, daß er (ebenfalls als sehr erfahrender Alpinist) die Situation total unterschätzt
hat. Nur konnte er sicher besser beurteilen, wie lange er unterwegs ist - und auch wesentlich kürzer unterwegs ist als so mancher Teilnehmer !
Als Teilnehmer kann ich das ganz klar nachvollziehen:
Man bereitet sich intensivst Monate auf diesen Wettkampf vor und dann "soll ich mich wegen dem Wetter abhalten lassen.....?" - Habe ich zig-fach selbst erlebt, daß der Verstand sagte: besser nicht
- einpacken und heimfahren !
Aber die eigene Motivation (vielleicht hier schon der Zustand, daß das Hirn irgendwo abgeschaltet hat...) läßt einen irgendeinen Weg finden, daß man vielleicht doch mal irgendwie versuchen usw. mit
u. U. fatalen Folgen.
Bei mir z.B. im Winter bei LL-Volksläufen halb-erfrorene Finger, Ohrläppchen und Gesicht. Bronchien gereitzt usw.. Aber es war immer noch "kalkulierbar" - auch wenn man unter Minus 20 Grad kein
Rennen mehr laufen soll. Ich habé es trotzdem gemacht..... ! Warum ? Weil ich ganz einfach blöd war !
Und genauso werden es viele Teilnehmer beim Zugspitzlauf sehen und auch zu erklären versuchen.
Kann man verstehen oder nicht !
Die Schuld des Veranstalters ? Schwierig zu beurteilen. Sicher hätte man das Rennen am Sonnalpin abbrechen können. Warum hat man das nicht getan ?
Proteste hätte es gehagelt von den Teilnehmern - da bin ich mir sicher !
Darum liegt für mich die Verantwortung immer bei jedem Läufer selbst !
Traurig und eine Katastrophe allemal !
Meine Anteilnahme gilt den Hinterbliebenen.
Bei Radmarathons ist bzw. war da die Entscheidung wesentlich einfacher, da ich reiner "Schönwetterfahrer" bin. ABer da fällt mir doch gleich was ein......Mann oh Mann !